Fernsehformate, die Kindern leicht und anschaulich Wissensfragen vermitteln gehören seit Jahrzehnten zum Standard der deutschen und internationalen Fernsehlandschaft. Kinder lernen mit der Maus, Löwenzahn und Co. Ihre Umwelt zu erkunden und ihre Fragen niemals einzustellen. Was ist aber mit Fragen die nicht durch Physik, Chemie oder Biologie zu beantworten sind?
Hier betreten wir die Welt der Philosophie. Gerade dadurch, dass Kinder noch nicht so stark durch ihre Umwelt geprägt sind wie Erwachsene und sie gesellschaftliche Werte noch nicht komplett verinnerlicht haben, hat ihre Art zu denken und der Weg philosophische Fragen zu betrachten eine ganz eigene Qualität. Sie beschäftigen sich mit Dingen, die für die meisten Erwachsenen die Bedeutung verloren haben, da sie sich an eine wissenschaftlich erklärbare Welt gewöhnt haben. Dabei sind es gerade diese elementaren Fragen, die auch die bedeutendsten Philosophen der Geschichte beschäftigten und beschäftigen.
Sucht man eine Antwort auf die Kinderfrage „Woher kann ich wissen, dass nicht alles anders ist wenn ich mal wegschaue?!“ ist man mitten in einer Problematik, die in der Geschichte der Philosophie als Induktionsproblem bekannt ist: Entsprechen auf Messungen beruhende Verallgemeinerungen einer beobachtungsunabhängigen Realität? Dies Induktionsproblem wurde bereits 1740 von David Hume formuliert, später, im 20. Jahrhundert von Karl Popper aufgegriffen und ist bis heute nicht wissenschaftlich beantwortbar.
Fragen, auf die es keine konkrete Antwort gibt, werden von den Kindern im Laufe der Zeit dann verworfen und aufgrund der fehlenden Erfolgserlebnisse später vermieden. Weil in der Entwicklungspsychologie philosophisches Denken in der Vorpubertät nicht vorkommt und weil das Nachdenken über unbeantwortbare Fragen in unserer Gesellschaft nicht hoch im Kurs steht, haben wir eine wichtige Fähigkeit von Kindern übersehen.

Um diese Lücke in der Fernsehlandschaft zu schließen strebe ich an, ein philosophisches Format für Kinder zu entwickeln und dann auch zu moderieren. Dort sollen Phänomene des Alltags, oder Fragen, die Geschichten in Kinderbüchern aufwerfen , etc. anhand von kindlichen Überlegungen beleuchtet werden. Es geht darum, das kindliche Denken zu fördern. Das erklärte Ziel ist es, ethische wie metaphysische Fragen in spannender Form so anschaulich zu machen und zu diskutieren, dass Kinder an philosophischen Fragen gefallen finden. Dabei sind auch die Eltern eingeladen sich - wieder - auf ein Gebiet der Fragestellung einzulassen, auf dem es keine endgültigen Antworten gibt, sondern im Gegenteil, eine Frage die nächste aufwirft.